Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel

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Inhalt: Leuchtturm Mole I

Leuchtfeuer Mole 1

Brunsbüttel,

Einfahrt Nord- Ostsee-Kanal,

Vorhafen Kleine Schleuse

53°53‘19“ N
09°08‘38“ E

1894/95, mit dem Bau des Nord-Ostsee-Kanals

1993 Demontage wegen Einsturz des Molenkopfes und

1995 Wiederaufbau

Sockel: Granitsteinmauerwerk

Turm:  Guseisenkonstruktion

13,40m, über Molendeck ( NN +3,50m )

13,50m über MThw ( NN + 1,48m )


Die Molen 1 und 2 bilden seit 1895 die elbseitige Begrenzung der Zufahrt zu der kleinen Schleuse des Nord-Ostsee-Kanals in Brunsbüttel. Die Molen 3 und 4 begrenzen seit 1914 die Zufahrt zur großen Schleuse. Auf jedem Molenkopf  befindet sich als Ansteuerungspunkt und Navigationshilfe für die Schifffahrt ein Leuchtfeuer. Die heute unter Denkmalschutz stehenden baugleichen Leuchtfeuer der Mole 1 und 2 sind trotz umfänglicher Sanierungsarbeiten in ihrer ursprünglichen Bauweise seit 1895 in Betrieb.

Der weiße Leuchtfeuerträger Mole 1 ruht mit seinem 8-eckigen Galerieturm auf einem Sockel aus Granitsteinmauerwerk. Die in schwarz gefassten Galerien bestehen aus gusseisernen Kragarmen, die mit Hilfe von Winkelprofilen untereinander verbunden sind. Das Kuppelartige weiße Dach, gefertigt aus Kupferblech, ist mit einer reich verzierten Wetterfahne bestückt. Die noch betriebstüchtige Wetterfahne enthält das Erstellungsdatum von 1895.

Der Turminnenraum beherbergt neben dem eigentlichen Leuchtfeuer weitere betriebstechnische Einrichtungen für Nebelfeuer, Objektanstrahlung der Mole, Kameras für die Beobachtung des Schiffsverkehrs und für die Lautsprechereinrichtung. Über eine gusseiserne Wendeltreppe mit Ornamenten des Jugendstils gelangt man zum Leuchtfeuer in der Turmspitze. Die Optik des Molenfeuers besteht aus einer Gürtellinse mit Glühlampe und Wechseleinrichtung. Mittels grüner Vorsteckscheiben wird der Schifffahrt ein grüner Leitsektor als Festfeuer gezeigt. Dieser Leitsektor wird von weißen Begrenzungssektoren eingeschlossen. Mit einer Brennweite der Optik von 185mm wird die Lichtstärke von 1932 candela und die Nenntragweite von 10 / 6,66 sm erreicht. Die Energieversorgung erfolgt über Transformatoren aus dem Betriebsnetz mit 1 KV / 220V. Über das Betriebsnetz ist eine dieselbetriebene Notstromversorgung gewährleistet.

1993 erlebte der Leuchtfeuerträger der Mole 1 schwere Stunden. Wegen akuter Einsturzgefahr des Molenkörpers wurde der Leuchtfeuerträger kurzfristig komplett demontiert. Nach einer Grundinstandsetzung ist er 1995, rechtzeitig zum 100 jährigen Jubiläum neu aufgestellt worden. Der jetzige Aufstellort ist  wieder der Molenkopf. Der Turm selber steht jetzt aber auf einer vom Molenkörper unabhängigen Pfahlgründung.
Visuelle Navigationshilfen für die Schifffahrt haben durch den technischen Fortschritt in der Kommunikations- und  Informationstechnik mit automatischen Positionierungs- und Identifikationssystemen allgemein an Bedeutung verloren. Dies hat zur Folge, dass entbehrliche Leuchttürme anderen Nutzungen zugeführt wurden. Nicht so in Brunsbüttel. Hier, in dem schwierigen Revier der Elbe mit den Einfahrten zum NOK, wird durch die Lotsen eine visuelle Navigationshilfe weiterhin für erforderlich gehalten.

Eigentümer des Turmes ist die Bundesrepublik Deutschland, Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung. Der Turm ist für Fußgänger über das Deck der Vorhafenkaje zu erreichen, der Innenraum ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich.