Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel

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Inhalt: Entwässerung des NOK

 

Über die WSV-Internetseite Pegelonline ist es möglich, verschiedene Wasserstände im NOK und auf der Elbe / Ostsee auszuwählen und die Wasserstandsganglinien zusammen in einem Bild darzustellen. Das links stehende Bild zeigt die Pegelauswahl. Es wurden die NOK-Pegel Brunsbüttel, Breiholz, Rendsburg und Kiel ausgewählt - und zusätzlich noch jeweils die Außenpegel Brunsbüttel (= Elbe) und Kiel (= Ostsee/Förde).

Der aktuelle Wasserstand der Kieler Förde (Pegel Kiel-Holtenau) ist übrigens auch telefonisch unter 0431/19429 abrufbar.

     
 

Entwässerung des Nord-Ostsee-Kanals, beispielhaft erklärt am 20.12.2014:

In der Zeit um den 20.12.2014 fielen ergiebige Niederschläge. Zudem wehte ein kräftiger, teils stürmischer Wind über mehrere Tage aus westlichen Richtungen. Diese Wetterlage beeinflußt den Wasserstand im Nord-Ostsee-Kanal.

     
 

Die Abbildung zeigt die Wasserstandsganglinien der sechs oben ausgewählten Pegel vom 18.12. bis zum 20.12.2014. Der NOK-Wasserspiegel liegt in der Regel bei etwa 10 bis 20 cm unter Normall-Null (das sind 480 / 490 cm gemessen am Pegel, siehe Abbildung, gelbe gestrichelte Linie).

In den NOK münden 22 mehr oder weniger kleine Flüsse / Bäche. Über diese Einläufe gelangen gefallene Niederschläge in den NOK. Dann ist je nachdem wieviel es geregnet hat und wie die Prognosen aussehen eine intensive Entwässerung des NOK notwendig um den Kanalwasserspiegel auf seinem normalen Stand halten zu können. Die Entwässerung findet gewöhnlich in die Elbe über Niedrigwasser (Ebbe) statt. Um den 20.12.2014 stieg das Niedrigwasser der Elbe jedoch zunehmend an. Die Zeiträume, in denen in Brunsbüttel in die Elbe entwässert werden konnte, wurden immer kleiner, siehe Abbildung. Am 20.12. lag das Niedrigwasser sogar über dem Kanalwasserstand und so war eine Entwässerung des NOK in die Elbe an diesem Tag garnicht mehr möglich.

Gleichzeitig sinkt bei starken Westwindlagen jedoch der Wasserstand in der Ostsee bei Kiel, so dass dann eine Entwässerung des NOK über die Kieler Schleuse und das dortige Siel in Kiel-Holtenau möglich ist (bei starkem Westwind wird das Wasser der Ostsee in Richtung des Bottnischen Meerbusens gedrückt).

In der Zeit um den 20.12.2014 wurde der NOK daher hauptsächlich in Kiel entwässert. So stieg der Kanalwasserstand trotz intensiver Regenfälle nur leicht an. Der Wasserstand erreichte am 20.12.2014 in Breiholz rund 525 cm am Pegel (= rund 30 cm über normalem Kanalwasserstand).

     
 

Dieses Bild zeigt einen vergrößerten Ausschnitt des vorhergehenden Bildes. Es verdeutlicht nocheinmal die Lage des Ostseewasserspiegels (blaue Linie unten im Bild) zur Lage des Kanalwasserspielgels (rot = Binnenpegel Kiel Holtenau, grau = Binnenpegel Brunsbüttel, grün = Rendsburg, gelb = Breiholz). Die leichten Unterschiede der Pegelwasserstände im NOK untereinander haben ihren Grund im starken Wind (Windstau) und der Entwässerung. Ganz oben ist das Niedigwasser der Elbe zu sehen. Bei diesen Verhältnissen findet die Entwässerung des NOK ausschließlich über die Kieler Schleuse und das Siel in Kiel-Holtenau statt. Das heißt, bei extremen Wetterlagen mit starken Westwinden und andauernden Niederschlägen ist die Entwässerung des NOK weiterhin möglich, dann nicht mehr über die Schleuse Brunsbüttel in die Elbe, sondern in die Kieler Förde (Ostsee).

Ein kontinuierlicher Wasserspiegel ist für die Schifffahrt und den sog. Querverker (also hier die Fähren) sehr wichtig. Denn die Schifffahrt ist nach oben in der Höhe durch die Kanalbrücken begrenzt, 40 m über Wasserspiegel dürfen nicht überschritten werden. Und die Fähren können ihre Fähranleger nur erreichen, wenn der Kanalwasserstand bestimmte Grenzen nicht überschreitet.

     
 

Die nebenstende Grafik zeigt die auf der Elbe nach dem 20.12.2014 zu erwartenden Niedrigwasser (Prognose des BSH [Pegel Cuxhaven]). Die Hochwasserlage auf der Elbe entspannt sich. Daher ist davon auszugehen, dass auch in Brunsbüttel die Entwässerung des Nord-Ostsee-Kanals wieder aufgenommen werden kann. Mit derartigen Prognosen ist eine vorausschauende Planung für die Entwässerung des NOK möglich.

Die Entwässerung des NOK wird von den Schleusenmeistern der Wasserstraßen- und Schifffahtsämter Brunsbüttel und Kiel durchgeführt. Die Ämter stimmen sich dabei auf Grundlage einer gemeinsamen Betriebsanweisung eng miteinander ab. Die Schleusenleitstände in Kiel und Brunsbüttel sind rund um die Uhr besetzt.
     
 

Die Situation am 21.12.2014: Wie erwartet tritt das Niedrigwasser der Elbe wieder deutlich unterhalb des Kanalwasserspiegels ein. Es ist wieder möglich, den NOK über die Brunsbüttler Schleusenanlage zu entwässern. Der Wasserstand im Kanal sinkt.

Der Wasserstand der Ostsee (blaue Linie) liegt nun über dem Kanalwasserstand. Eine Entwässerung in die Ostsee ist nicht mehr möglich.