Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel

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Inhalt: Dalben am NOK, Stahl - statt Holzdalben

Wir haben die Weichendalben in der Nähe der Levensauer Hochbrücke bei Kiel von Februar bis März 2014 in der dortigen "Kanalweiche Schwartenbek"erneuert.

Der in den letzten Jahren, mit großen Erfolg, begonnene Ersatz stark geschädigter und verwitterter Holzbündeldalben durch speziell gefenderte Stahlrohre, in den Kanalweichen der NOK Oststrecke, wurde in der Kanalweiche Schwartenbek nun also fortgesetzt und auf der Strecke Kiel bis Breiholz (Zuständigkeitsbereich des WSA Kiel-Holtenau) damit abgeschlossen. In dem Bauabschnitt wurden die restlichen insgesamt 53 Stück 16-pfähligen Holzbündeldalben auf Grund von Witterungseinflüssen und mechanischen Beschädigungen (Anfahrungen) sowie eines nicht mehr ausreichenden Arbeitsvermögens aus technischen und wirtschaftlichen Gründen durch 25 Stahldalben mit Kunststoff- und Elastomerfenderung ersetzt. Diese Bauarbeiten wurden im Auftrag des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau durchgeführt.

„Weichendalben“

Dalben sind in den Untergrund gerammte Pfähle oder Pfahlkonstruktionen. Sie dienen der Sicherheit der Schifffahrt. Schiffe können daran anlegen bzw. daran vorbeigleiten. Entlang des Nord-Ostsee-Kanals befinden sich Dalben in den Aufweitungen des Kanals, den sogenannten „Weichen“ oder „Ausweichen“. An diesen Stellen können sich auch die größten Schiffe im Kanal begegnen. Sie müssen hier aber manchmal zuvor aufeinander warten. Damit das Warten auch bei viel Wind ungefährlich ist und die Schiffe in der Ausweichstelle eine sichere Position einnehmen können, sind die Ausweichstellen mit Dalbenreihen ausgestattet. Ein Dalben bestand bis zum Jahr 2008 vorwiegend aus einem Bündel von insgesamt 16 miteinander verbundenen Holzpfählen. Da auf der gesamten Kanalstrecke insgesamt 860 Dalben in den Weichen benötigt wurden, standen zu dieser Zeit und zu diesem Zweck insgesamt 13.760 Baumstämme im NOK - ein stattlicher Wald! Heute wird diese Konstruktion durch Einrohrdalben aus Stahl abgelöst.

Der „Alte“
Wie sah die Konstruktion des „alten“ Dalbens aus? Die „alten Dalben“ bestanden aus 16 Holzpfählen, die einen Durchmesser von ca. 40 cm hatten und je nach Bodenbeschaffenheit 17 m-21 m lang waren. Hierfür wurden einheimische Hölzer, wie z.B. Lärche, Kiefer und Douglasie verwendet. Aus Rücksicht auf die Umwelt wurde das Holz unbehandelt verarbeitet, wobei die Pfähle vor dem Einbau für ca. 6 Monate im Wasser gelagert wurden, bis sie gesättigt waren und kein Wasser mehr aufnahmen. Anschließend konnten die Pfähle mit Hilfe einer speziellen Schwimmramme in den Untergrund gerammt und von einer schwimmenden Arbeitsplattform aus verdübelt werden. Inklusive Einbau kostete ein Holzdalben etwa 40.000,- €. Er hatte eine Lebensdauer von etwa 20 Jahren.

Der "alte" Dalben
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Der „Neue“

Wie ist der „neue“ Stahldalben gestaltet? Die „neuen“ Dalben bestehen aus einem Stahlrohr mit einem Durchmesser von 1,52 m und einer Länge von bis zu 30 m (abhängig vom Baugrund). Ein Dalben wiegt ca. 20 t. Um eine wirtschaftliche Nutzungsdauer von mindestens 40 Jahren zu erreichen, sind Korrosionsschutzmaßnahmen notwendig. Dies kann entweder durch geeignete Beschichtung oder aber - wie hier bei mechanisch stark beanspruchten Anlagen – durch Korrosionszuschlag bei der Stahldickendimensionierung erfolgen. Bei der Verwendung von Stahl für Weichendalben ist zusätzlich aber eine vorgesetzte Fenderung durch weichere Materialien wie Holz bzw. Kunststoff notwendig, um Funkenflug und Verbeulungen der Schiffshaut zu vermeiden. Hier kommt ein sogenannter Schalenfender zum Einsatz der aus hochfesten Kunststoff (UHMW-PE) besteht und bis unterhalb der Wasserlinie reicht. Am oberen Ende des Stahldalbens ist eine drehbare reifenförmige Konstruktion aus Gummi (Elastomer) angebracht, der sogenannte „Kappenfender“. An ihm können sich vorbeigleitende Schiffe „abrollen“. Inklusive Einbau kostet ein Stahldalben dieser Art etwa 75.000,- €.

Der neue Dalben.

Welche Vorteile haben die Stahldalben gegenüber den Holzdalben?

Sofern zwischendurch keine anderweitigen Schäden aufgetreten sind, muss ein Holzdalben spätestens nach etwa 20 Jahren getauscht werden. Die Stahldalben hingegen haben eine Lebensdauer von mindestens 40 Jahren. Die Stahldalben mit dem drehbaren Fender halten deutlich höheren Belastungen stand, was bei den zunehmenden Schiffsgrößen auch erforderlich ist. Die Anfahr- und Reibungsschäden an den Dalben werden somit drastisch minimiert. Im östlichen Bereich des Nord-Ostsee-Kanals hat insbesondere die Bohrmuschel „Teredo navalis“ an den Holzdalben erhebliche Schäden hinterlassen. Dieses kostenintensive Problem wird es bei den Stahldalben nicht mehr geben. Bisher waren die insgesamt 860 Dalben im Nord-Ostsee-Kanal mit einem Abstand von 22,5 m angeordnet. Da in den letzten Jahren die Schiffsgrößen deutlich zugenommen haben, werden die neuen Dalben nunmehr in einem Abstand von 33 m gebaut, was zu einer Reduzierung um 268 Dalben führt.

(Siehe auch "Die Dalben am NOK - Stahl- statt Holzdalben")